Liebe, Aufruhr, Selbstmord, politische Intrigen und Konflikte: Goethes „Egmont“ hat wirklich alles, was ein Trauerspiel braucht. Ein wahrer Klassiker zum Auftakt des Theatertreffens, denn Friedrich Schiller hatte Goethes zunächst nur mäßig erfolgreiches Stück noch einmal für die Bühne bearbeitet. Und sogar ein weiteres Genie hatte hier sein Finger im Spiel, da Ludwig van Beethoven die Vertonung mit seiner Op. 84 lieferte. Diese hochkarätige Version wurde nun gestern als eine Koproduktion des Landestheater Eisenach und dem Meininger Theater zusammen mit der Landeskapelle Eisenach im Theater in Duisburg aufgeführt.
Und die Prominenz auf dem Papier bot eine hohe Anziehungskraft, denn viele Duisburger wollten den jungen, gelockten Egmont, gespielt von Pascal Thomas, sehen. Noch vor Beginn der Vorstellung gab es jedoch eine kleine Änderung. Normalerweise ist für die Rolle der Krämerin Schauspielerin Elke Hartmann vorgesehen. Die war aber am Tag zuvor erkrankt. So gab es ersatzweise einen männlichen Krämer. Aber das passte ja, so der Verkünder der Botschaft: „Schließlich feiern wir in diesem Jahr Gerhard Mercators 500. Geburtstag mit den Akzenten und dessen Geburtsname war ja auch ‚Kremer‘.“ So war alles bereitet für den Untergang des belgischen Grafen Egmont im Konflikt zwischen dem Freiheitsbegehren der Belgier und Niederländer und seiner Loyalität zur spanischen Krone. Zu leichtsinnig tut er Warnungen und Vorzeichen ab und geht liebesdumm seinem Ende entgegen.
Weitere Stücke zum Theatertreffen sind unter anderem „Amerika“, „Ein Spiel vom Jedermann“ und „Die vier Himmelsrichtungen“. „Egmont“ wird heute noch einmal im Theater Duisburg gespielt.

