Pierre Leich, Kurator der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft e. V., spricht am kommenden Sonntag, 21. April, um 11 Uhr im Kultur- und Stadthistorischen Museum am Johannes-Corputius-Platz 1 über den Umsturz des Weltbildes bei Galileo und Kepler. Der Vortrag im Rahmen der Mercator-Matinéen stellt die Beobachtungen der beiden Gelehrten anschaulich vor, zeigt die Argumente in ihrem historischen Zusammenhang und macht sichtbar, wie sich im 17. Jahrhundert Himmel und Erde näher kamen.
An der Frage, ob Erde oder Sonne im Zentrum des Planetensystems stehen, entzündeten sich weitreichende Veränderungen der hellenistischen und mittelalterlichen Naturlehre. Den Anstoß gab Nicolaus Copernicus, der mit antiken Mitteln die Möglichkeit des Heliozentrismus aufzeigte. Johannes Kepler legte dann das Fundament einer neuen Astronomie, indem er die elliptischen Planetenbahnen erkannte und deren Bewegung beschreiben konnte, und Galilei fand mit dem Teleskop wichtige Argumente für den Heliozentrismus. Obwohl beide keine Beweise für die Copernicanische Lehre erhielten, bereiteten sie ein neues Weltbild vor, das tief greifende Auswirkungen auf die Entwicklung von Wissenschaft, Philosophie und Kultur auslöste.
Die monatliche Veranstaltungsreihe der Mercator-Matinéen beleuchtet unter verschiedenen Aspekten die Auswirkungen von Gerhard Mercator bis in unsere Gegenwart hinein.
Eine Anmeldung nicht erforderlich. Der Eintritt kostet sechs Euro, ermäßigt vier Euro inklusive einem Glas Wein oder Saft und dem Besuch der Mercator-Ausstellung.